« »

2010.01 Opernglas: Ich lebe meinen Traum – I’m living my dream

Ich lebe meinen Traum – I’m living my dream

Opernglas-1-2010-photo-1 -  Credit Ealovega

Translation see below

Den Mechanismen des Marktes hat er sich stets verweigert. Und doch wurde Simon Keenlyside einer der gefragtesten Sänger. Söhnke Martens traf ihn in Wien.

Sie sind derzeit erstmals an der Wiener Staatsoper als Macbeth zu erleben; im Juni 2010 Ihr Rollendebüt als Rigoletto an der Welsh National Opera in Cardiff. Woran merken Sie, dass die Zeit für eine neue Partie gekommen ist?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich bin ein sehr umsichtiger Mensch und war, was meine Rollen angeht, immer äußerst zurückhaltend, vielleicht sogar zu vorsichtig. Ich wollte das italienische Repertoire einfach nicht zu schnell angehen. Ich hatte Angst um die Fähigkeit, Brahms, Schubert, Wolf, Debussy, Fauré oder Dvořák singen zu können, denn der Liedgesang ist in meinem Leben ein ebenso wichtiger Bestandteil wie die Oper. Ich wollte mich nicht verletzen. Andererseits liegt auch eine gewisse Gefahr darin, eine Partie zu spät anzunehmen. Ich habe vor etwa zehn Jahren angefangen, große Partien in mein Repertoire aufzunehmen. Das war ein guter Zeitpunkt.

Opernglas 1-2010 - Photo2 - credit Ealovega

Informieren Sie sich im Vorfeld über eine Neuproduktion, oder springen Sie stets ins kalte Wasser?
Ich informiere mich nicht immer, Sie können nicht alles kontrollieren. Einige meiner Kollegen machen das. Aber ich halte das für keine gute Idee. Oftmals kennt man Ja auch das Haus, den Regisseur oder seine Sängerkollegen. Das reicht für eine Zusage oftmals schon aus. Vertrauen spielt bei der Auswahl eines Engagements eine wichtige Rolle.

Wie lange brauchen Sie, um eine Partie wie den Macbeth vorzubereiten?
Das hängt davon ab, ob man sich in eine Rolle verlieben kann. Manchmal geht es wirklich schnell: Alban Bergs Wozzeck war so ein Fall – und das ist nun wirklich eine anspruchsvolle und schwierige Partie. Aber sie liegt mir sehr, daher verging die Lernphase wie im Fluge. Ähnlich war es mit Macbeth; diese Partie muss man einfach lieben – gesanglich wie darstellerisch. Anders ist es mir bei »Eugen Onegin« ergangen. Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit, was aber sicherlich auch damit zu tun hatte, dass ich kein Wort Russisch sprechen konnte.
Sie sollten aber, wenn Sie zu den ersten Proben erscheinen, allem gegenüber offen sein. Man weiß nie, wie die Inszenierung oder auch die Kostüme ausfallen werden. Daher freue ich mich während der Probenphasen immer über einen Austausch von konstruktiven Ideen. Das ist bei jeder Neuinszenierung „the same procedure as every year”.

Opernglas 1-2010 - Photo3 - credit Ealovega

Welchen Zugang haben Sie zum Charakter des Macbeth gefunden?
Ich höre immer, dass Macbeth unmenschlich sei. Doch dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen. Im Gegenteil, ich halte ihn für sehr menschlich. Das ist oftmals das Beeindruckende an der Arbeit solch großartiger Autoren: Sie kaschieren oder verstecken oft die Eigenschaften mancher Figuren so geschickt, dass die menschliche Botschaft für das Publikum nicht sofort offensichtlich ist. Macbeth mordet, das stimmt. Und das Publikum kann sich natürlich herzlich wenig mit dieser Person identifizieren. Doch das, was in dieser Oper geschieht – die eigenen habgierigen Interessen verfolgen, koste es, was es wolle – finden Sie überall in der Welt. Aber auch, wenn ich den Charakter des Macbeth generell für sehr menschlich halte, empfinde ich kein Mitleid für ihn. „So wie man sich bettet, so liegt man”.

Sie erarbeiten sich neue Partien, haben aber inzwischen auch schon einige hinter sich gelassen. Woran erkennen Sie, dass der Zeitpunkt dafür gekommen ist?

Zum Glück musste ich noch nicht viele Rollen zurücklassen. Die Partie zur richtigen Zeit ist ohnehin ein interessantes Thema – besonders übrigens für Frauen; sie müssen viel öfter Rollen abgeben als Männer. Ich habe mich vom Pelleas sowie vom Billy Budd verabschiedet. Sie können mir glauben: Eine geliebte Partie hinter sich zu lassen ist sehr schmerzhaft. Beim Pelleas hält sich der Schmerz jedoch in Grenzen, da es in dieser Oper noch die Rolle des Golaud für mich gäbe. So kann ich dem Stück immer noch nahe sein. Im »Billy Budd« hingegen gibt es keine Rolle mehr für mich – das ist vorbei. Aber ich versuche es auch von einer anderen Seite zu betrachten: Es war eine Freude und ein Privileg, überhaupt in diesem Stück singen zu dürfen. Und es hat sich gut angefühlt. Ich war im besten Alter und stark genug für diese wunderbare Partie.

Opernglas 1-2010 - Photo4 - credit Opernglas/Klingberg

Die erste Hälfte in Ihrem Terminkalender des Jahres 2010 ist geprägt von Recitals. Sie haben bereits Ihre Liebe zum Liedgesang anklingen lassen.
Ich versuche so viele Liederabende wie möglich zu geben. Mit einem Lied verhält es sich wie mit einer Oper, lediglich die Handlungsdauer ist extrem komprimiert. Sänger sind Troubadoure, Zigeuner, Geschichtenerzähler. Ein Lieder- oder Opernabend ist für mich ein und dasselbe, jedoch muss man bei einem Liederabend vorsichtiger sein. Sie müssen gut fokussieren und sehr zurückhaltend agieren. Wie in der Oper habe ich eine Geschichte zu erzählen, nur ohne Bühnenbild, ohne Kostüme, eigentlich ohne alles – außer einem Klavier.

Ist für Sie die Vorbereitung auf eine Oper schwieriger?
Die Vorbereitung für eine Oper ist vor allem körperlich schwieriger. Natürlich hängt das auch von der Rolle ab. Macbeth, Don Giovanni oder der Posa in »Don Carlo« sind allesamt körperlich sehr anstrengende Partien. Sie beanspruchen die Emotionen, die Muskeln, eben das ganze Wesen. Sie müssen schauen, dass Sie sich genug erholen. Ich bin stark wie ein Pferd, aber trotzdem muss ich mir genug Zeit für Ruhephasen gönnen. Lieder sind aufgrund der überwältigenden Menge an Text so schwierig. Sie stehen für knapp zwei Stunden allein auf der Bühne und müssen sich hundertprozentig konzentrieren. Das ist genau so anstrengend, als wenn ich die ganze Zeit auf der Opernbühne agieren müsste. Man kommt nach einem Liederabend mit völlig verschwitzten Haaren und nasser Kleidung von der Bühne. Das glaubt der Zuschauer kaum.

Sie sind dafür bekannt, Ihre Rollen nicht nur gesanglich, sondern auch mimisch mit Leben zufüllen.
Das war und ist mir stets eine Herzensangelegenheit gewesen: neben dem Gesang die Rolle auch spielerisch vollends auszuschöpfen. Das eine treibt ja das andere an, und umgekehrt. Das Endprodukt ist schließlich größer als die Summe der Einzelteile. Wenn Sie Text und Musik richtig zusammen bringen, entsteht mehr als nur Musik und mehr als nur Text. Sie müssen natürlich auch mit der Stimme etwas ausdrücken können. Und nur auf der Bühne herumzurennen und Räder zu schlagen ist noch keine Schauspielkunst.

Im kommenden März singen Sie den Hamlet an der Metropolitan Opera in New York. Die Aufführung am 27. März wird im Rahmen der HD-Liveübertragungen weltweit in die Kinos gebracht.
Ich habe diese Partie bereits in Genf, London und Barcelona gesungen. Leider wird das Stück nur sehr selten auf die Bühne gebracht. Sherrill Milnes hat den Hamlet in New York sehr populär gemacht. Er war übrigens auch ein fantastischer Macbeth. Die Idee mit den Radio- und Kino-Übertragungen ist wirklich klasse. So können Leute erreicht werden, die niemals ein Opernhaus betreten würden. Vielleicht leckt der eine oder andere ja Blut an dieser schönen Kunstform. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich immer den Liveeindruck bevorzuge. Der Zauber, der von einer Stimme ausgeht, die sich über den Orchestergraben erhebt und in das Herz des Publikums dringt so muss Oper sein. So etwas können Sie nicht im Kino erleben.

Oprenglas 1-2010 - photo5 - credit Arens

Macht Sie die Vorstellung, vor einem Millionen-Publikum zu singen, nervös?
Nein. Ehrlich gesagt ist mir das alles ziemlich egal. Es ist der gleiche Druck, vor so vielen Menschen zu singen, wie beispielsweise vor nur 500 Personen in der Londoner Wigmore Hall. Das unterscheidet sich nicht großartig. Ich halte auch nicht allzu viel vom Mikrofon-Einsatz. Einige Male konnte ich schon erleben, dass die Künstler nicht dort stehen, wo sie normalerweise bei dieser Inszenierung stehen sollten. Sie rückten stets unweigerlich in Richtung Mikrofon. Aber man singt doch für die Menschen im Saal! Sie haben mit ihrem Geld dafür bezahlt.

Sie hatten Ihren ersten professionellen Auftritt 1987 als Graf Almaviva in Hamburg. Das ist nun über zwanzig Jahre her. Haben Sie vor Ihren Auftritten überhaupt noch Lampenfieber?
Selbstverständlich. Bei einem Liederabend sind Sie nervös und wollen den Text nicht vergessen, weil Sie Ihre Geschichten ohne Unterbrechungen erzählen wollen. Wenn Sie einen Fehler machen und ihn rasch korrigieren können, ist es nicht so schlimm. Eine Schande aber wäre es, die Konzentration des Publikums unterbrochen zu haben. Das empfände ich als unendlich schade. Vor allem ist es dann sehr schwer, diese wieder aufzubauen. Auch in der Oper müssen Sie um die Aufmerksamkeit der Zuschauer förmlich kämpfen. Dazu kann einem noch die eigene körperliche Verfassung Sorgen bereiten oder die Frage: Kann ich heute meine Stimme so einsetzen, wie ich es möchte.

Sie arbeiten mit vielen großartigen Kollegen zusammen, stehen daneben aber auch immer wieder mitjüngeren Künstlern auf der Bühne. Was halten Sie von der nachwachsenden Generation?
Die ist heute, wie ich damals gewesen bin. Ich merke, wie sie die gleichen Probleme beschäftigen. Dennoch: Eine gute Stimme bleibt eine gute Stimme, Meine Kollegen auf der Bühne können 70 Jahre oder 25 Jahre alt sein. Das ist nicht von entscheidender Bedeutung. Was zählt, ist die physische Bereitschaft zum Singen. Frauen sind dazu meistens eher bereit als Männer.

Erleben Sie häufig, dass jüngere Kollegen während der Proben auf Sie zukommen und um Hilfe bitten?
Manchmal bekomme ich einen Brief an meine Garderobentür gehängt – meist von einem Sänger einer Akademie, der um einen Termin bittet. Wenn ich Zeit habe, versuche ich ihm zu helfen. Das passiert aber nicht oft. Und schon gar nicht, wenn neue Produktionen anlaufen. Im Prinzip ist es schon schön, sich um junge Sänger und die nächste Generation zu kümmern.

Unterrichten Sie zwischenzeitlich?
Nein, das tue ich nicht. Man muss da sehr vorsichtig sein. Sie greifen extrem in das Leben einer anderen Person ein. Natürlich interessiert mich das Unterrichten. Aber Sie müssen auch greifbar sein. Es nützt niemandem, wenn Sie für kurze Zeit Gesangsstunden geben und dann für mehrere Monate beruflich abwesend sind. Wer passt in der Zwischenzeit auf ihren Schützling auf?

Seit Jahren führen Sie nun schon eine überaus erfolgreiche Karriere ohne großartige kommerzielle Unterstützung. Wie haben Sie das bewerkstelligt?
Viele Künstler sind von der kommerziellen Welle mitgerissen worden. Sind sie jung, hübsch und außerdem noch talentiert, wird der kommerzielle Erfolg sicher nicht lange auf sich warten lassen. Und ich wünsche ihnen allen alles Gute – meine Sache ist das nicht. Ich bin weder hübsch, noch jung und in Sachen Marketing absolut nicht interessiert. Es gibt doch genug Sängerpersönlichkeiten, die ohne PR-Maschinerie ein glückliches und erfolgreiches Sängerdasein führen. Ich hasse Marketing. Meine Haltung mag, vor allem bei den Plattenfirmen, möglicherweise keine beliebte sein. Doch ich möchte mich frei fühlen. Zudem mag ich das viele Unterwegssein nicht. Es ist ein hartes Leben. Aber ich will mich nicht beschweren, weil ich es so ausgewählt habe.

Trotzdem ist Ihre Diskografie bisher nicht unerheblich, auch aktuell sind Sie wieder mit einer neuen Lied-CD auf dem Markt vertreten.
Es macht ja kaum einer mehr Oper. Aber passend zum 200. Geburtstag von Robert Schumann im Jahr 2010 habe ich bei Sony seine »Dichterliebe« aufgenommen. Daneben singe ich noch ausgewählte Lieder von Johannes Brahms. Malcolm Martineau begleitet mich am Klavier. Aber was bedeutet schon so eine Liedeinspielung von mir? Es ist nichts Besonderes, ein Souvenir meines kleinen Lebens.

Worauf dürfen wir uns – neben dem Rigoletto in Cardiff – in naher Zukunft noch freuen?
Das genügt erst einmal. Ich freue m ich sehr auf diese Partie. Ich fühle, dass die Zeit für den Hofnarren gekommen ist. Jedes Rollendebüt ist der Anfang einer neuen Reise, die ich mit Spannung und Neugierde antrete. Was danach kommt, wird man sehen. Ich habe in der letzten Zeit einige Debüts gegeben: Wozzeck, Eugen Onegin, jetzt Macbeth. Mein Repertoire ist schon recht groß. Das liegt aber auch daran, dass ich zu Beginn meiner Laufbahn singen musste, was mir angeboten wurde. Das war nicht immer schön. Eventuell werde ich meinem Repertoire den Simon Boccanegra oder den Jago im »Otello« hinzufügen. Aber das ist noch in weiter Ferne, jetzt freue ich mich erst einmal auf Cardiff, ein wunderbares Haus, alles aus Holz.

Sie werden bald zum zweiten Mal Vater?
Ja, im März erwarten wir eine Tochter. Da wird sich unser einjähriger Sohn sicher freuen.

Fällt Ihnen die berußbedingte Trennung von Ihrer Familie schwer?
Ich verbringe schon viel Zeit in London bei meiner Frau. Aber in erster Linie ist es ein Leben aus dem Koffer, dagegen kann man nichts tun. Immerhin bin ich wenigstens schnell daheim; meine amerikanischen Kollegen trifft es da weitaus härter. Doch ich arbeite schon viel weniger als andere, nehme beinahe sieben Monate im Jahr frei. Das ist viel. Mir geht es gut, ich habe ei neu unglaublich kreativen Beruf und darf an den großartigsten Opernhäusern auftreten. Ich habe Glück! Ich lebe meinen Traum.

Translation by Petra Habeth

I’m living my dream

He has always avoided the pressures of marketing. And yet SK has become one of the most sought after singers. Söhnke Martens met him in Vienna.

You are currently playing Macbeth for the first time at the Vienna State Opera, in June 2010 you will make your debut as Rigoletto at the Welsh National Opera in Cardiff. How do you know that the time has come for a new role?
It’s really hard to say. I am a very prudent man, and was always very cautious in terms of my roles, perhaps even too cautious. I just wanted not to approach the Italian repertoire too quickly. I feared [to lose] the ability to sing, Brahms, Schubert, Wolf, Debussy, Fauré and Dvorak, as the Lied singing is as important in my life as the opera. I did not want to hurt myself On the other hand there is a certain amount of danger in taking a part too late. I started about ten years ago to include large roles in my repertoire. That was a exactly the right time.

Do you try to find out in advance about a new production, or you always jump into the cold water?
I do not always inform myself, you cannot control everything. Some of my colleagues do that but I think this is not a good idea. Often you know the house, the director or your fellow singers. That’s often enough for an acceptance. Trust plays an important part in the selection of engagements.

How long do you need to prepare a part such as Macbeth?
That depends on whether you can fall in love with a part. Sometimes it goes really fast: Alban Berg’s Wozzeck was such a case – and this is really a demanding and difficult role. But it suits me very much, so the learning phase just flew by. It is not unlike Macbeth; you have to love this part – vocally as well as acting. It was different for me with Eugene Onegin. That was really a tough job, but that certainly had to do with the fact that I could not speak a word of Russian.
However, you should be open to everything when you get to the first rehearsal. You never know how the staging or the costumes will turn out. So I’m looking always forward to an exchange of constructive ideas during the rehearsals. That is for each new production it’s the same routine.

Which approach have you found to the character of Macbeth?
I keep hearing that Macbeth is inhumane. But this is an opinion I can not agree with. In fact, I think he’s very human. This is often the impressive thing about the work of such great writers: they often conceal or hide the features of some characters so cleverly that the human message is not immediately obvious to the audience. Macbeth murders, that’s correct, of course, the audience can hardly identify with that person. But what happens in this opera – following your own greedy interests, no matter what it costs – you’ll find anywhere in the world. But even if I think the character of Macbeth as generally quite human, I feel no pity for him. he made his bed, now he has to lie in it.

You take on new roles, but have also left some behind. How do you know when the time has come for this?
Fortunately, I had not to leave too many roles behind. [Getting] the part at the right time is an interesting topic anyway – especially, by the way, for women, they must leave many more roles behind than men. I bid farewell to Pelleas and Billy Budd. You can believe me, to leave a loved role behind you is very painful. With Pelleas however, the pain is limited, since in this opera would have the role of Golaud for me. I can still be close to the piece. In “Billy Budd”, however, there is no other role for me – that’s over. But I also try to consider this from another angle: It was a pleasure and a privilege to sing at all in this piece. And it felt good. I was in the prime of life and strong enough for this wonderful part.

The first half in your diary of the year 2010 is marked by recitals. You have already hinted about your love of Lied singing.
I try to give as many recitals as possible. A song is like an opera, only the duration of action is extremely compressed. Singers are troubadours, gypsies, storytellers. A song or opera evening is the same for me, but one must be more careful in a recital. You have to focus very well and act cautiously. As in the opera, I have to tell a story, but without scenery, without costumes, without actually everything – except a piano.

Is the preparation more difficult for an opera?
The preparation for an opera is mainly more difficult physically. Of course, this also depends on the part. Macbeth, Don Giovanni or Posa in “Don Carlo” are all very physically demanding parts. They claim the emotions, the muscles, just the whole being. You must ensure that you recover enough. I’m strong as a horse, but I still have to grant myself enough time to rest. Lieder are so difficult because of the almost overwhelming amount of text.You stand for nearly two hours alone on the stage and have to concentrate one hundred percent. This is just as hard, as if I had to act all the time on the opera stage. You leave stage after an evening of songs with completely sweaty hair and wet clothes. For the audience this is hard to believe.

They are known for filling your parts with life not only vocally but also with action.
This has always been close to my heart. In addition to singing [I wish] to exploit the role fully when acting. One drives the other and vice versa. The end product is ultimately greater than the sum of its parts. When you bring together text and music properly, something creates more than just music and more than just text. You must of course be able to express something with the voice. And simply running around the stage and turning cartwheels is not acting for me.

This March you will sing Hamlet at the Metropolitan Opera in New York. The performance on 27 March, as part of HD live broadcasts brought this world into the cinemas.
I had already sung this part in Geneva, London and Barcelona. Unfortunately, the piece is rarely brought to the stage. Sherrill Milnes has made Hamlet very popular in New York. By the way he was also a fantastic Macbeth. The idea of radio and cinema broadcasts is really great. Thus, people will be reached who would never enter an opera house. Maybe other people will get a taste for this beautiful art form. Nevertheless, I must confess that I always prefer the live impact. The magic that comes from a voice that rises above the orchestra pit and invades the heart of the audience, as that opera has to be. This is something you can not see in the movies.

Does the idea of performing to millions make you nervous?
No. Honestly, I do not care. The pressure is the same if you are singing for fewer peope, for example only 500 people in the Wigmore Hall in London. The difference is not great. I don’t like using microphones. Sometimes I could see that the artists were not where they should normally be in this performance. They always moved inevitably to the microphone. But you sing for the people in the hall! They have paid their money.

Your first professional appearance was in 1987 as Count Almaviva in Hamburg. This is now over twenty years ago. Do you still have stage fright before your performances?
Of course in an evening of songs you are nervous and do not want to forget the text, because you want to tell your stories without interruption. If you make a mistake and can correct it quickly, it is not so bad. It would be a pity to interrupt the concentration of the audience.This would be a real pity. Above all, it would be then very difficult to rebuild it. Also in the opera, you literally have to fight for the attention of the audience. Additionally one’s own physical condition can be of concern or question: Can I use my voice today in the way I’d like to?

You work with many great colleagues, but also often with younger artists on stage. What do you think of the younger generation?
They are today as I was then. I notice that they are occupied with the same problems. Still, a good voice is still a good voice. My colleagues on the stage can be 70 years or 25 years old. This is not of vital importance. What counts is the physical readiness to sing. Women are usually more willing than men.

Do younger singers send samples to you asking for help?
Sometimes I get a letter attached to my dressing room door – usually by a singer of an academy, asking for an appointment. If I have time I try to help him. It happens but not often. And especially not when new productions are launched. In principle, it’s nice to take care of young singers, and the next generation.

Do you teach at the moment?
No, I do not. You have to be very careful there. You get extremely involved in the life of another person. Of course I’m interested in teaching. But you also have to be available. It’s no use to anyone if you give voice lessons for a short time and then you are professionally absent for several months. Who looks after your protégé in the interval?

For years now you have already run a very successful career without much commercial support. How have you done that?
Many artists have been swept away by the commercial wave. If they are young, pretty and also talented commercial success certainly comes quickly. And I wish them all the best – this is not my business I am neither handsome, nor young, and absolutely not interested in marketing. There are still enough singer personalities, who lead a happy and successful life as a singer singer without a PR machine. I hate marketing. My attitude made me unpopular, especially with the record companies. But I want to feel free. I also do not like traveling that much. It’s a hard life. But I will not complain because I’ve chosen it.

Nevertheless your discography so far is not negligible you even have a new Lieder CD coming out.
Nobody’s doing opera [CDs] any longer. But as is fitting for the 200th Birthday of Robert Schumann in 2010, I recorded his “Dichterliebe” with Sony, I also sing selected songs by Johannes Brahms. Malcolm Martineau accompanies me on the piano. How does such a Lieder recording matter? This is nothing special, [just] a souvenir of my little life.

In addition to Rigoletto in Cardiff what may we look  forward to in the near future?
That’s enough at the moment. I’m looking forward to this part very much. I feel that the time has come for the court jester. Each role debut is the beginning of a new journey that I take up with excitement and curiosity. What comes next remains to be seen. I have recently given several debuts: Wozzeck, Eugene Onegin, now Macbeth, my repertoire is quite large. This was partly because, at the beginning of my career,  I had to sing, what was offered to me. That was not always nice. Maybe I’ll add to my repertoire Simon Boccanegra or Iago in “Otello.” But this is still far off, now I’m looking forward to Cardiff – a wonderful house, totally made of wood.

You will soon become father the second time?
Yes, in March, we expect a daughter. Surely our one-year old son will be happy.

Is your work-related separation from your family difficult for you?
I spend a lot of time in London with my wife. But first and foremost it is a life out of the suitcase; you cannot do anything about it. After all, I am at least quickly at home, for my American colleagues it is much harder. But I already work a lot less than others, almost take seven months of a year off. That’s a lot. I’m fine, I have an incredible creative job and may perform at the greatest opera houses. I’m lucky! I’m living my dream.

{ 1 comment… read it below or add one }

Ann Lander November 16, 2010 at 8:35 pm

Fascinating interview. Many thanks for the translation.

Leave a Comment