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2013-03, Vienna, Wozzeck

Wozzeck

Composer : Alban Berg
Librettist : The composer after the drama Woyzeck by Georg Büchner
Venue and Dates : Vienna, Staatsoper

24,27, 30.3 and 2.4.2013

Conductor : Franz Welser-Möst, 2.4.: Dennis Russell Davies
Director : Adolf Dresen
Costumes and Set: Herbert Kapplmüller
Lighting :
Performers :

Wozzeck : Simon Keenlyside
Tambourmajor : Gary Lehman
Andres : Norbert Ernst
Hauptmann : Herbert Lippert
Doktor : Wolfgang Bankl
Marie : Anne Schwanewilms
Margret : Monika Bohinec
First Apprentice: Marcus Pelz
Second Apprentice: Clemens Unterreiner
The fool : Peter Jelosits

Photo Gallery

 

Sound Bites

Renate Wagner, Der Neue Merker, 25.3.2013

translation will follow as soon as possible

” … Simon Keenlyside ist zweifellos einer der interessantesten Sängerdarsteller auf den gegenwärtigen Opernbühnen der Welt. Er feilt sich seine Rolleninterpretationen stets ganz persönlich zurecht. Sein Wozzeck ist nicht der arme tumbe Kerl – bei ihm merkt man von Anfang an, dass hier im Kopf etwas nicht stimmt. Die kleinen Ticks, mit denen er versucht, sich selbst offenbar zum Funktionieren zu bringen. Die unruhigen Bewegungen, die anzeigen, dass das wohl ein Borderline-Patient ist (Kunststück, bei den Experimenten, die man mit ihm macht). Die innere Hektik, die ihn offenbar treibt und treibt und treibt – bis zum letalen Ende. Dabei kein Pathos, kein künstliches Theater, keine mitleiderregende Hascherl-Manier: Ein Fremder in dieser Welt, vor dem man verwirrt zurückweicht… Angesichts von Bergs atonaler Stimmführung sind Sängerleistungen nicht so glatt zu beurteilen wie bei Mozart oder Verdi: Möglich, dass Keenlyside (mit hervorragendem Deutsch übrigens, ganz ohne das „englische“ Akzent-Geknödel) hier an seinen Grenzen singt. Beim Rigoletto fällt ein diesbezügliches Urteil sicherlich leichter. Die Leistung als Ganzes jedenfalls war atemberaubend, vor allem in ihrem gänzlich unkonventionellen Zuschnitt. …”

Michael Pöhn, Der Kurier, 25.3.2013

4 of 5 stars

” … Dass Welser-Möst zudem die Sänger quasi auf Händen trägt, ehrt den Maestro umso mehr. Die vielen Rollen-Debütanten wissen dies meist auch zu schätzen. Vor allem Simon Keenlyside, der seinen ersten Wiener Wozzeck richtig aussingen darf, der mit noblem Bariton das Schicksal dieser geschundenen, letztlich zum Mörder werdenden Kreatur deutlich macht, der auch darstellerisch brilliert. … “

Stefan Ender, Der Standard, 25.3.2013

” … Eine regelrechte Charakterstudie war Simon Keenlysides Wozzeck: fahrig, tölpelhaft, unterwürfig zu Beginn, mit einem Auflodern tierisch-roher Wut im zweiten Akt, als er von Maries Affäre mit dem Tambourmajor weiß. Klar in der Diktion, überzeugend beim Sprechgesang, schien Keenlysides warmer, in der Tiefe etwas schwacher Bariton fast zu schön für diese zersprungene, abgenutzte Person. …”

Daniel Wagner, Wiener Zeitung, 25.3.2013

” … Simon Keenlyside gab erstmals seinen schauspielerisch packenden Soldaten, wobei er sich stimmlich vielfach zurückhielt. Bei so vielen Enttäuschungen eines einfachen Menschenlebens wurden jedenfalls die letalen Ausraster verständlich. …”

Wilhelm Sinkovicz, Die Presse, 26.3.2013

” … Simon Keenlyside, der Belcanto-Wozzeck …  Es gelang also für diesmal, schon mehr als nur die nötigen Grundlagen für die Renaissance eines genuinen Berg-Stils zu schaffen, wie er eben, richtig verstanden, doch nur in Wien möglich wäre. Was zu hören war, grenzte schon ans Außerordentliche, dem auf der Szene jedenfalls der Titelheld ganz und gar zu entsprechen wusste: Simon Keenlyside gibt einen geradezu belcantesken Wozzeck, vokal dem orchestralen Schönheitsideal angemessen, und als Darsteller von mitleiderregender Fahrigkeit, gequält, getrieben, geschunden. …”

 

OÖNachrichten.at, 26.3.2013

” … An erster Stelle Simon Keenlyside, dessen Wozzeck von Anfang an ein Fall für die Psychiatrie ist, dessen Mundwinkel zucken, der seine Angst getriebene Unruhe unter Kontrolle zu halten versucht und dabei umso mehr psychopathische Züge zeigt. Dazu kommen eine Textdeutlichkeit, die bewundernswert ist, und eine stimmliche Prägnanz, die nur an manchen Stellen noch größer sein könnte. …”

Martin Robert Botz, Der Neue Merker, 28.3.2013

Performance 27.3.2013

” … Natürlich, Simon Keenlyside ist einer der besten Baritone unserer Zeit. Seine Rolle gestaltet er mit unglaublicher Intensität. Wie er den gequälten und sich selber quälenden, unglücklichen Menschen darstellt ist ganz stark, man wird davon richtig gefangen.  …”

Lukas Link, Der Neue Merker, 31.3.2013

Performance 30.3.2013

” …  Nachdem er zu Beginn der Serie noch nicht ganz zu seiner Form gefunden hat (kein Wunder bei diesem Wetter) konnte Simon Keenlyside als Wozzeck nun in der dritten Vorstellung mit beeindruckenden Farben, über die seine schöne, warme Baritonstimme verfügt, überzeugen, und somit rein akustisch sehr viel von der Gefühlswelt dieses Wozzeck vermitteln. Das dazu noch in perfektem, akzentfreiem Deutsch. Vielleicht ist sein Bariton aber auch schon fast zu schön für diesen gebeutelten Charakter. Den „belcantesken“ Schönklang – den man von Keenlyside zum Beispiel in Werken von Mozart, Verdi oder auch in französischen Opern so genussvoll zu hören bekommt – kann er hier natürlich nicht ausspielen. Gelegentlich schien er in seiner stimmlichen Prägnanz an seine Grenzen zu kommen, wenn er vom sehr kraftvollen Dirigat bedrängt wurde.

Rein darstellerisch lieferte Keenlyside eine Sensation. Dieser Wozzeck wirkte von Anfang an, als stünde er neben sich. Er hat seine Ticks, streicht sich wiederholt nervös über sein Gesicht, wird von einer inneren Unruhe beherrscht, hat einen starren, geradezu beängstigenden Gesichtsausdruck und wenn der Hauptmann ihm im ersten Bild sagt „Wozzeck, er sieht immer so verhetzt aus“ trifft das im Falle von Keenlyside’s Darstellung den Nagel auf den Kopf. Diese Intensität verstärkte sich sogar noch von Bild zu Bild bis zu den packenden Finalbildern. Da konnte man wirklich nicht mehr die Augen vom britischen Bariton wenden. Gäbe es einen Oscar für Opernsänger, hätte Keenlyside diesen an diesem Abend locker gewonnen. …”

Moore Parker, The Opera Critic, 5.4.2013

” … In the title role, Simon Keenlyside creates a fidgety, whipped-dog figure – a finely-tuned, intense and (ultimately) sympathetic portrayal, and one ideally-suited to his physical stature. His vocal quality and style are, however, essentially lyrical and lacking in the basic reserve to naturally take advantage of the text, be it in moments employing Sprechgesang or in the character’s dramatic passages – making this an interpretation that might have greater impact in a more modest setting.  …”

Joaquim, infernemLand,10.4.2013

” … Keenlyside és un Wozzeck molt líric, que canta molt, acostumats a barítons que fan us i abús del parlando, potser això fa que per l’oïdor el rol sigui més assequible, tot i que sense la vessant escènica, imprescindible, ens manca quelcom primordial en la valoració global d’una òpera com aquesta. …”

{ 7 comments… read them below or add one }

Inci Birsel March 12, 2013 at 10:33 pm

Just can’t wait to see Wozzeck in Vienna. Inci Birsel

Jane March 26, 2013 at 9:42 pm

Well Inci, I certainly don’t think you will be disappointed. I first saw this opera when I was 16, studying the works of Alban Berg as part of my A level Music course and I can’t say I enjoyed it at all. However, my musical appreciation has clearly developed (thankfully) in the intervening years, as I was enthralled by this production from start to finish and really wish I could have stayed in Vienna to see every single performance of it. Needless to say my enjoyment of Wozzeck was in no small part due to Simon’s fantastic singing and his riveting interpretation of his role, but actually the whole opera was visually and musically atmospheric, gripping and full of tension. I liked the straightforward sets and the effective use of light to create a feeling of a bleak, harsh environment, devoid of warmth and love and the fact that there were no proper intervals (only 2 short pauses) maintained the momentum of the drama.
Simon gave such a powerful performance – his Wozzeck was utterly oppressed, then both angry and totally despairing and one felt immense pity for him. Of course Simon is so good at that kind of thing that even when he had stabbed Marie, I could still only feel pity for Wozzeck! His demise was totally convincing! I was horrified for a split second as the stage seemed to swallow him up….. am I giving too much away here?
When I spoke to Simon afterwards, he said the whole thing had been fun!!! And when I asked him about the drowning scene, he laughed and said, “Yes, that was very clever wasn’t it,” but he never actually revealed how they did it!
Simon was full of energy on stage and totally inhabited the character of Wozzeck; he seemed on good form after the performance too. I hope the remaining performances go brilliantly for him and the rest of the cast.
By the way that was my first visit to Vienna and despite the fact that I nearly froze to death and it snowed virtually the whole time I was there, I loved the city, loved the Opera House and can’t wait to go back.

Inci Birsel March 27, 2013 at 11:03 pm

What can I add more to Jane’s comments on this opera which I am fairly familiar with and have grown to appreciate more and more.Simon portrayed a pitiful Wozzeck.He was Wozzeck as he was Hamlet or Macbeth
or all the many others he has portrayed on stage.Fantastic singing.One just cannot have enough of his singing.
I have read the critics in the papers and they have all done justice to Simon.He also received well earned clapping during the curtain call.
Jane,I would have liked to meet you in Vienna. Next time you are here ,please send a message to my e-mail address.We can talk about music, our mutual interest.The weather was not very friendly but I hope you found people of Vienna friendly enough.
Until the next performance,which will be Rigoletto with Simon again on April 8th.

Jane March 30, 2013 at 7:39 am

Hello Inci,
I tried to post a message on here on my phone on the train two days ago but it obviously went rather pear-shaped as it failed to materialise.
I was very, very impressed with Vienna, even under grey skies, with snow on the ground and in bitterly cold temperatures and yes the people were very friendly.
I won’t be back in Vienna until next January at the earliest, but we must get together then, as I would love to meet you.

Sue April 24, 2013 at 3:48 pm

I’m still thrilling to the memory of two of Simon’s performances in beautiful and very friendly Vienna. The combination of his utterly committed performance, which gripped from the first moment, the stark staging and Franz Welser Möst’s preparation of the orchestra produced tension as strong as any thriller. It was noticeable that the full theatre was fully attentive throughout, even during the short pauses between scenes, bursting into loud cheers and prolonged applause at the end.
How can it be that after such a pitiful story one immediately wants to experience it again? Can’t wait for the Covent Garden production and please, please will someone film Simon’s Wozzeck? I can’t bear to think of the visual memory of his interpretation disappearing like his Billy Budd and Pelleas.

Sue April 24, 2013 at 4:21 pm

A recording of the Vienna Wozzeck from 24 March 2013 is now available on 2 CD’s from Premiere Opera – ref. 9619

Jane April 25, 2013 at 10:54 pm

Ah ha Sue! I was waiting for you to write something on here about your trip to Vienna. My feelings about Wozzeck were the same as yours – it was incredibly intense and powerful and so very bleak and moving, but I just wanted to see it all again as soon as it was over. Actually I have already said quite a bit about the performance in one of my earlier posts so I won’t go on about it again ….anyway like you I am really looking forward to the production at the ROH this coming autumn – and I know Diana is too! Interesting news about the Wozzeck recording – but yes, let’s have a DVD of it.

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